Am 3. Dezember trafen sich rund zwanzig Mitglieder des Gewerbevereins Schlieren GVS auf
Einladung der Standortförderung der Stadt Schlieren zu einem Informationsabend über das
Innovations- und Jungunternehmerzentrum (IJZ) an der Rütistrasse 12-16.
Nach der Begrüssung durch Thomas Landis, dem Co-Präsidenten des GVS, informierte
Stadträtin Manuela Stiefel mit voller Begeisterung über die Liegenschaft an der Rütistrasse 12-
16, welche seit 2014 im Besitz der Stadt Schlieren ist. So war zu erfahren, dass nach dem
Auszug von Sony aus dem Gebäude Leerstand drohte. Da der frühere Besitzer das Gebäude
verkaufen wollte, hat die Stadt Schlieren, mit fast einstimmiger Zustimmung des Stadtparlaments,
die Gelegenheit genutzt das Gebäude im Baurecht zu erwerben. Die Stadt hat erkannt, dass das
Gebiet beim Bahnhof strategisch wichtig ist und wollte mit dem Erwerb der Liegenschaft die
künftige Nutzung mitgestalten. Gelohnt hat sich die Investition alleweil. Neben einer Nettorendite
von 6% auf den Anschaffungspreis von 12,85 Millionen sind auch gute Steuerzahler in das
Gebäude eingezogen. Manuela Stiefel schliesst mit „Ich bin sehr Stolz auf dieses Haus und
hoffe, Sie werden auch den „Groove“ der in diesem Haus herrscht bei der anschliessenden
Führung spüren“.
Im Anschluss ergriff Albert Schweizer, Leiter der Standortförderung der Stadt Schlieren, das Wort
und berichtete über eine seiner Aufgaben, den Abbau von leerstehenden Gewerbeflächen.
In Schlieren sind zur Zeit rund 30’000 Quadratmeter leerstehend, was rund 1000 Arbeitsplätzen
und etwa 2 Millionen möglichen Steuereinnahmen entspricht. Dass Albert Schweizer seine
Aufgabe sehr erfolgreich ausübt, zeigt sich daran, dass im 12’000 Quadratmeter umfassenden
Gebäude an der Rütistrasse bereits fast nichts mehr frei ist und das Angebot des IJZ kürzlich auf
den benachbarten Gebäudeteil und eine Etage im Schlatter Hochhaus ausgeweitet wurde. Damit
die Vermietung der Gewerbeflächen gelingen kann braucht es eine Organisation, Partner und
Mieter, sagt Schweizer. Wichtig sei auch die Vernetzung mit den Hochschulen, da von dort viele
innovative Spinn-Off Firmen kommen, die geeignete Räumlichkeiten benötigen. Schweizer sagt
„Innovationen finden hier statt, lassen Sie sich überraschen!“.
Und tatsächlich, die Gäste des Gewerbevereins staunten nicht schlecht über die Innovationskraft
der in der Folge vorgestellten Firmen. Als erstes präsentierte Raimundo Sierra die Firma
Virtamed, die sich auf medizinische Trainings-Simulatoren spezialisiert hat. „Früher oder später
kommt jeder unter das Messer“ meint er. Mit den Geräten von Virtamed können Chirurgen zum
Beispiel an künstlichen Kniegelenken oder im Gynäkologischen Bereich Operationstechniken
üben.
Danach besuchten die Gäste, unter der Führung des Center Leiters Peter Bühler, einige Firmen
im weitläufigen Gebäude. Ein paar Treppen höher stellte Sandro Barbieri von Redsmoke das
Coworking Limmattal vor, wo Einzelarbeitsplätze inklusive die Mitbenützung der Infrastruktur wie
Sitzungszimmer und Küche, zu günstigen Konditionen und flexiblen Laufzeiten gemietet werden
können.
Weiter ging es ins erste Untergeschoss, wo Mert Özcan den ETH Spinn-Off Aeon Scientific
präsentierte. In deren Labor steht ein riesiger Apparat, welcher in Spitälern für Eingriffe am
Herzen verwendet wird. Die riesige Maschine steuert mit Magnetstrahlen einen Katheter welcher
von der Hüfte aus zum Herzen geführt wird und dort Eingriffe vornehmen kann. Özcan erwähnt,
dass Aeon Scientific zu den Top 100 Startup Firmen gehört und auch bereits ausgezeichnet
wurde.
Ein paar Gänge weiter wurden die Gäste von den Gründern des Studio1, Stefan Tüscher und
Manfred Hager erwartet, die ihr Schulungszentrum im Bereich Videohandwerk vorstellten.
Studio1 bietet unter anderem eine dreisemestrige Fachausbildung sowie Workshops an.
„Vielleicht sind Ihnen schon die vielen Kameramänner die in Schlieren herumgehen aufgefallen“
sagt Tüscher. „Das sind unsere Schüler die natürlich auch üben müssen.“
Über weitere Treppen und Gänge ging es zur Firma Lumentum, wo der Leiter der Entwicklung,
Felix Brunner, mit seinen Industriellen Lasersystemen beeindruckte, die ultrakurze Lichtblizte im
Pico- und Femto-Bereich abgeben und so präzise Materialbearbeitungen ermöglichen.
Lumentum ist, wie manche Firmen an der Rütistrasse, ein Spinn-Off der ETH und beschäftigt 50
Mitarbeiter in Schlieren.
Abgeschlossen wurde die Firmenbesichtigung bei den Firmen Wealthport, One of a Hundred
sowie donxt.com welche im IT Bereich tätig sind. Wealthport bereinigt und bereichert
Datenbanken, erklärt Mitgründer und CEO Bernhard Bicher. Und Joris Straatman zeigt die
Websiten One of a Hundred, auf welcher kreative Designer ihre Produkte anbieten können und
donxt.com wo Künstler und Kunstbegeisterte sich finden können.
Nach den vielen Eindrücken waren die Gäste des Gewerbevereins zu einem Apéro geladen,
welcher vom Team der Firma Forroyal Events vorbereitet wurde. Auch dies eine Firma, welche
einen Büroarbeitsplatz im IJZ gefunden hat. Und so klang der Abend unter dem Groove des
Hauses aus.

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